Berufsunfähigkeit und Dread-Disease


Berufsunfähigkeit

Unter dem Risiko der Berufsunfähigkeit versteht man eine dauernde und ärztlich bestätigte Beeinträchtigung der Berufsausübung durch eines der biometrischen Risiken Krankheit, Unfall oder Invalidität.

In der gesetzlichen Rentenversicherung besteht der Schutz vor Berufsunfähigkteit nur noch für Versicherte, die vor dem 02.01.1961 geboren wurden und das auch nur noch in Form der teilweisen Erwerbsminderungsrente bei Berufsunfähigkeit gem. § 240 SGV VI.

Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente wurde 2001 für alle, die ihre Renten neu eingereicht haben, faktisch abgeschafft. Der ursprünglich erlernte Beruf spielt also ab 2001 beim gesetzlichen Invaliditätsschutz keine Rolle mehr. Es gibt zwar Ausnahmen, allerdings nur für ältere Versicherte.

Berufsunfähigkeit liegt i.d.R. bei mindestens 50% Berufsunfähigkeit vor. Mit der Absicherung dieses Risikos über eine private Versicherungsgesellschaft ist das Risiko der Erwerbsunfähigkeit automatisch mitversichert.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann als Zusatzversicherung (BUZ) zu einer Lebens- oder Rentenversicherung oder als selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) abgeschlossen werden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dem Versicherten eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn er den vereinbarten Beruf nicht mehr ausüben kann.

Die BU-Rente kompensiert Versorgungslücken aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente, die ab 2001 entstanden sind.

Generell sind die Leistungen aus der BUZ nur für die Dauer der Berufsunfähigkeit durch den Versicherer zu erbringen.


Dread Disease - Schwerste Erkrankungen

Bei der Dread Disease Versicherung handelt es sich um eine Personenversicherung, die bei Eintritt schwerer und schwerster vorher definierter Erkrankungen leistet.

Im Gegensatz zu einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung wird keine monatliche Rente sondern eine vorher fest vereinbarte Versicherungssumme einmalig ausgezahlt.

Die Auszahlung der Versicherungssumme ist in Deutschland für Privatpersonen in der Regel steuerfrei.

Anders bei Gesellschaften (für die Absicherung von sog. Keypersons): hier gelten solche Versicherungsleistungen in der Regel als Betriebseinnahmen. Die Beiträge können allerdings ggf. als Betriebsausgaben abgesetzt werden.


Stiftung Finanztest sagt zum Thema Berufsunfähigkeit:

"Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist neben der privaten Haftpflichtversicherung das absolute Muss unter den Versicherungen. Eigentlich braucht sie jeder, der ohne Einkommen dastünde, wenn er krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten kann.

Trotzdem werden Berufsunfähigkeitspolicen erstaunlich wenig verkauft.

Die eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung bringt es seit Jahren nur zu einem kümmerlichen Bestand von rund 2 Millionen Verträgen.

Dabei ist das Risiko hoch, berufsunfähig zu werden."

Finanztest: Berufsunfähigkeit gezielt absichern, 3. Aufl. Einf.